Papucho



Was Bedeutet Papucho? 

-- Papucho ist mein Spitzname.

Meine Oma hat mich als Kind so genannt und seitdem auch meine ganze Familie, meine Freunde und  Bekannten. Papucho bedeutet so viel wie: "kleiner Papa".

 

Wie bist du zur Kunst gekommen?

-- Malen war immer meine Leidenschaft. Schon als Kind habe ich gerne gemalt. Andere Kinder haben Comics und Mangas gesammelt. Mangas sind  japanische Comics und Zeichentrikfilme. Wir Kinder waren verrückt danach. Ich hatte diese Dinge nicht. Deshalb habe ich anfangs einzelne Zeichnungen kopiert. Später habe ich meine eigenen Comics gemacht.

 

Was möchtest Du mit deinen Bildern ausdrücken?

-- Ein Bild ist wie ein Fenster zu einer anderen Dimension. Die sich bewegenden Fassaden, die kräftigen Farben und die Perspektive drücken aus,  dass  jeder Ort oder jede Sache sein eigenes Leben hat . Ich möchte mit meinen Bildern Harmonie und Lebendigkeit sowie ein positives Gefühl einer Welt ohne Grenzen ausdrücken. Ich möchte Freude bringen.

 

Welche Art von Bilder machst Du (Stilrichtung)? 

--Ich habe keine Ahnung. Ich bin kein Fachakademiker. Ich male und damit bin ich glücklich.

 

Wie kannst Du hier im Norden Deutschlands mit deiner Heimat verbunden bleiben? 

-- In Gedanken bin ich oft in Kuba. Dort lebt der größte Teil meiner Familie und gute Freunde. Mit denen bin ich im Kontakt.  Ich vermisse meine Leute und das Meer. Ich bin ein Kind des Meeres und  fliege nach Kuba, wann immer es möglich ist.

 

Wie hat sich Deine Kunst entwickelt?

-- Anfangs habe ich fast jeden Stil kopiert und Plagiate angefertigt. So habe ich in Kuba meinen Lebensunterhalt verdient. Auf den Kunstmärkten in Havanna durfte ich meine Bilder nicht mit meinem Namen signieren. Dafür hatte ich keine Erlaubnis. Viele meiner Bilder aus dieser Zeit tragen die Signatur eines  Menschen mit einer entsprechenden „Verkaufslizens“.

Nachdem ich mit  „Joel Ferrer“  zusammen gearbeitet hatte,  habe ich verschiedene  Dinge ausprobiert  und meinen  eigenen  Stil entwickelt.  Das war kurz bevor ich nach Deutschland gekommen bin. Neben meinen Bildern in „Bewegung“ male ich übrigens auch gerne subreale in sich verschlungene Körper.

 

Warum bietest du auch Reproduktionen an und warum sind diese nicht limitiert?

--Wer meine Kunst mag,  soll des  Geldes wegen nicht  darauf verzichten müssen.  Jeder  soll  die Möglichkeit  haben Kunst zu geniessen,  wenn  es ihn glücklich macht .  Ich möchte meine Werke auch Kunstliebhabern anbieten, die sich kein Original kaufen wollen oder können.  Auf Wunsch signiere ich meine Reproduktionen.

 

Außerdem je mehr Reproduktionen von einem Bild verkauft werden, desto bekannter und wertvoller wird das Original.

 

Kann man den Unterschied zwischen einem Original  und einer Reproduktion erkennen?

--Auch wenn eine Reproduktion eine  sehr gute Qualität hat, kann sie niemals neben dem  Original genau so aussehen.  Ein Original hat die Aura und die Energie des Künstlers. Es hat eine größere Ausstrahlungskraft.

  

Wie ist Dein Lebensmotto?

--Der Weg ist mein Ziel.



Jorge Lázaro Pérez Fraga genant "Papucho" wurde 1972 in Havanna geboren und lebt derzeit in Bremen. Seit seiner Kindheit führte er sich zu den Künsten hingezogen, seine persönliche Leidenschaft wurde die Malerei. Trotzdem trat er nie in eine Kunstschule ein, sondern bleib Autodidakt. Seinen heutigen Künstlernamen "Papucho" verdank er seiner kubanischen Oma, die den Spitznamen "kleiner Papa" in Kindertagen im Freundes und Familienkreis einführte.

Aufgewachsen zwischen kubanischem Rum, Tabak und Yoruba Religion, machte er zunächst eine Ausbildung als Buchhalter, absolvierte den Wehrdienst und begann schließlich auf eine Faust zu malen.

1998 beginnt "Papucho" seine Werke auszustellen und zu verkaufen, er knüpft Beziehungen zu anderen Malern, zu den Händlern der Kunstmärkte an der Kathedrale und später auch am Malecón in Havanna. Entscheidend für seine künstlerische Laufbahn wurde das Jahr 1999, als er Joel Ferrer, einen der bekanntesten kubanischen Landschaftsmaler, kennenlernt.  Er arbeitet für ihn als Assistent, erlernt dessen Technik und entwickelt dort seinen eigenen, ihm typischen Stil. Surrealistisch lässt "Papucho" urbane Landschaften miteinander verschmelzen, hebt die alltägliche Umgebung aus der Normalität heraus und macht sie so neu erfahrbar. So drückt er der realen, nur unbewusst wahrgenommenen Alltagsszenerie seinen persönlichen "Stempel" auf und gibt ihr eine neue, eigene und lebendige Identität.

Er lernt in Buenavista, einem Stadtteil von Havanna, Carsten Möller kennen, einen jungen deutschen Filmstudenten. Gemeinsam mit anderen Künstlern hilft er ihm den alten "Social Club de Buenavista" zu restaurieren, um einen Film zu drehen, der die wahre Geshichte dieses Arbeiterviertels zeigt.

"Papucho" sieht seine Bilder als Fenster in eine andere Dimension. Die Bilder transportieren, mit sich bewegenden Fassaden, kräftigen Farben und dreidimensionalen Perspektiven, die Geschichte und das Leben, welche seiner Meinung nach jedem Körper und jedem Ort innewohnen. Aber vor allen Dingen möchte er sein eigenes positives Lebensgefühl -auch zu einer Welt ohne Grenzen- ausdrücken und dem Betrachter mit Bildern voller Lebensfreude, Kraft und Harmonie Freude bereiten.